Erntedank 2013

    Liebe Leser,

    „Deine Hände, großer Gott, halten unsre liebe Erde, gibst das Leben, gibst den Tod, schenkst uns Wasser, schenkst uns Brot, gib auch, dass wir dankbar werden.“
    (Margareta Fries)

     Das Naturjahr erreicht in diesen Wochen seinen Höhepunkt. Das Getreide auf den Feldern ist reif zur Ernte. Die Mähdrescher fahren darüber, ernten und lassen trockene Stoppeln zurück. Früher haben wir Kinder bündelweise Stoppeln aus der Erde gerissen und uns damit beworfen. Heute habe ich nicht mehr diese kindliche Unbeschwertheit. Erntezeit heißt auch bangen

    um trockenes Wetter und Überstundenzeit. Die Unwetter mit Hagel und orkanartigem Starkregen haben nicht nur Gärten, sondern auch Felder verwüstet und damit mühevolle Arbeit zunichte gemacht. Ganz zu schweigen von den Überschwemmungsgebieten, wo Menschen alles verloren haben und blühende Landschaften brach liegen und Fischteiche biologisch tot sind. Viele Menschen werden dieses Jahr mehr zu beklagen haben, als danken können. Die oben zitierten Worte von Margareta Fries erinnern mich, dass alles Leben und auch alle Arbeit den Segen Gottes brauchen.
    Ich lebe in einem sensiblen Ökosystem, in dem auch lebensfeindliche und zerstörerische Kräfte wirken. Der aufmerksam lebende Mensch spürt die Abhängigkeit gegenüber der Natur, von Sonne, Wind und Regen und dankt für die reif gewordene Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit.

    Im Vaterunser bittet Jesus: „Unser tägliches Brot gib uns  heute“. Martin  Luther fragt, was heißt denn tägliches Brot? Und antwortet selbst:
    „Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen und Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. “Wer soviel „tägliches Brot“ empfängt, der hat auch Grund zu danken.
    In diesem Sinne – Gottes Segen! Ihr Pfarrer Hadlich-Theml