Chronik

Chronik
Friedhof Marienberg Historische Entwicklung
Vor 1521
Weil Sletin, d.h. Schletta bzw.Wüstenschletta, nahe am Kirchdorf Rückerswalde war, wurden seine Toten auf dem Kirchhof dieses Nachbardorfes beerdigt.1521 – 1537
Nach der im Jahre 1521 erfolgten Gründung Marienbergs (auf dem ehemals zu Wüstenschletta gehörigen Gebiet) erstand rechts des Lautaer Wegs, der sich zur Leipziger oder Zschopauer Landstraße entwickelte, nordwestlich der neuen Bergstadt auf dem Flurstück 506 einschließlich 506a ihr erster Gottesacker.
Hier verfuhr mancher Bergmann, der sich auf dem Hilmersdorfer, Lautaer und Lauterbacher Weg oder den dazwischen liegenden Häuersteigen behäbigen Schrittes nach denjenigen Silbererzfundgrube begab, in der er sein Tagewerk unter Tage vollbrachte, seine „Letzte Schicht“. Vom Jahre 1537 an belegte man diesen hochgelegenen Gottesacker nicht mehr. Die Ursachen sind archivarisch nicht nachzuweisen.

1533
Im Jahre 1533 begann man vorm Freiberger Tor auf der östlichen Hälfte des unterhalb der neuen Bergstadt gelegenen Flurstücks 1278 neben dem Hospital einen neuen Friedhof anzulegen und mit einer Mauer zu umgeben.
Im gleichen Jahr wurde die Grab-/ Hospitalkirche gebaut. Nach der in der Bücherei des Stadtarchivs vorhandenen Urkundensammlung des Oberbergmeisters Schmid „hat man im Jahre 1537 angefangen, diesen Friedhof zu bebauen, d.h. zu belegen, da man sonst vorm Zschopauer Tor begraben“.

Pfarrer G.B. Uhlig vermutet in seiner „Kirchenchronik der Bergstadt Marienberg“ auf Seite 19, daß der Gottesacker beim Hospital erst im Jahre 1594 angelegt worden wäre. Totenbücher wurden im Marienberger Ev.-Luth. Pfarramt erst vom Jahre 1598 an geschrieben. Deshalb konnten ihnen zuverlässige Nachrichten über den Beginn der Beerdigungen vorm Freiberger Tor nicht entnommen werden. Im Totenbuch von 1597 wird der „Gottesacker am Mühlweg“ erwähnt.

Die älteste im Stadtarchiv aufbewahrte Kirchenrechnung von 1607/1608 spricht von einem „neuen Gottesacker“. Darauf fußt die Vermutung Pfarrer Uhligs. Mit dieser gelegentlichen Bemerkung kann jedoch auch die 1568 erstmalig erfolgte Erweiterung des Friedhofes von 1533 gemeint gewesen sein.

Die seit 1533 vorhandenen Stadtrechnungen, die Ratsakten und die erst seit 1678 vorliegenden Hospitalrechnungen geben zu dieser Frage keine Auskunft.

Die Gottesackermauer wies wie die Stadtmauer 6 Ellen weite „Schwibbögen“,  auf und war mit Schindeln gedeckt. Bis 1832 wurde sie wiederholt repariert. Ab dem Jahre 1835 ist eine neue Mauer um den Friedhof errichtet worden.

Die Leichen- oder  Totenhalle lag unterhalb der Hospitalkirche innerhalb und an der alten Gottesackermauer, die bei der genannten zweiten bzw. dritten Friedhofserweiterung abgetragen wurde. Im Jahre 1850 errichtete man am alten Standort eine neue Totenhalle.

1568 – 1.Friedhofserweiterung

1869 – 2.Friedhofserweiterung

alle Friedhofs- Erweiterungen

Im Jahre 1869 erfolgte die zweite Erweiterung des Gottesacker nach Süd-Ost hin bis zur Stadtmühlenstraße.

Die hiesige Beerdigung der Kirchgemeindemitglieder von Pobershau – Ratsseite hörte auf, als am 24.10.1869 der Pobershauer Friedhof geweiht worden war.

Die Totengräberwohnung befand sich bis 1892 in einem Anbau an das Hospital, der bis zur Gottesackermauer reichte.
Dieser Anbau war 14 Ellen lang und ebenso breit, hatte ein steinernes Erdgeschoss und ein Obergeschoss von Bundwerk, das mit Ziegeln ausgesetzt war. Im Erdgeschoss befand sich ein gepflasterter Hausflur mit Bretterdecke, 1 Stube mit Bretterdecke, Bretterdielen, drei Fenstern und einem Kachelofen, eine steinerne Küche an einer Esse aus Ziegeln und 1 Hauskammer mit einem Fenster. Die Scheidewände waren steinern.
Im Obergeschoss gab es drei Kammern mit insgesamt 5 Fenstern, Bretterdecken und Bretterdielen. Die Scheidewände waren aus Bundwerk, die Treppen hölzern und die Brandgiebel mit Brettern verschlagen. Das Dach ist mit Schindeln gedeckt gewesen. Der Holzschuppen des Totengräbers war aus Bundwerk mit Bretterverschlag aufgeführt und mit einem Schindeldach versehen. Das Totengräberhaus hatte man so im Jahre 1712 von Grund aus erneuert.

Seit 1894 befanden sich Totenbettmeisterwohnung und Totenhalle in der neu erbauten Parentationshalle.

1893 – 3.Friedhofserweiterung erfolgte nach Nordwesten bis zur Freiberger Straße. In diesem Erweiterungsbereich wurde 1894 die Parentationshalle nach einem Entwurf des Pirnaer Architekten Th. Quentin, der bereits die Sanierung der Hospitalkirche geplant hatte, errichtet. Im Mittelbau des Gebäudes befindet sich die Friedhofskapelle. Im linken Gebäudeteil wurde die Toten- oder Leichenhalle und im rechten Teil die Wohnung des Totenbettmeisters eingerichtet.
[recherchiert von Frau Julia Haustein]

Eine historische Postkarte aus dem Jahr 1898 zeigt die Parentationshalle vier Jahre nach ihrer Entstehung.

Zu den Gedenkstätten der Gefallenen des II. Weltkrieges

Am 09. September 2012 nahm der Friedhof am
“Tag des offenen Denkmals” teil
mit einer Ausstellung „Friedhof – Geschichte und Gegenwart“.

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