erste Planungen

[aus: Gemeindebrief August/ September 2015]

Glocken von St. Marien

„Wenn im Turm die Glocken läuten, kann  das vielerlei bedeuten.
Erstens: Dass ein Festtag ist.
Dann:  Dass du geboren bist.
Drittens:  Dass dich jemand liebt.
Viertens:  Dass dich’s nicht mehr gibt.“
Erich Kästner

Noch läuten die Glocken auf unserem  Kirchturm, wenn sie auch manchmal  nur sehr leise auf unserem Friedhof  zu hören sind. Sie läuten schon siebenundneunzig Jahre und haben ihren  Ruhestand redlich verdient.
Sie läuten  seit Dezember 1918 unaufhörlich und  gehören zum Klangbild unserer Bergstadt.
Gegossen wurden sie von der Fa.  Schilling&Lattermann im thüringischen  Apolda. Eine alte Traditionsfirma, die  in den Jahren von 1722 bis 1988 ca. 20  Tsd. Glocken gegossen hat. Der Marienberger Fabrikant Gerhard Baldauf stiftete die drei Glocken (d’ 1.950 Kg, f’ 1.400  Kg und a’ 500 Kg) seiner Kirchgemeinde. Das vorhergehende Geläut (1862  – 1917) wurde am 16.7.1917 für Rüstungs- und   Kriegszwecke beschlagnahmt und eingeschmolzen. Wie das Vorgängergeläut (1796-1862) handelte es sich um vier Bronzeglocken. Wir hatten also in   unserer Bergstadt ein sog. Vierergeläut   (c’, es’, g’, c’ ’).

Nun hat sich unser Kirchenvorstand mit   dem Glockensachverständigen unserer Landeskirche beraten und für eine neue Glockenanlage entschieden. Dabei haben wir auch über vier neue Bronzeglocken nachgedacht und entschieden, dass zum Reformationsjubiläum 2017 das neue Vierergeläut zum ersten Mal in unserer Stadt erklingen soll. Eine große Aufgabe liegt vor uns.
Die Vorarbeiten werden von uns derzeit erledigt. Derzeit wird der neue Glockenstuhl von der Fa. Kempe, Dresden für vier Glocken errechnet. Wenn wir alle Kostenvoranschläge zusammen haben, kann der kirchliche Bauantrag gestellt werden. Danach können dann Angebote für den Neubau unseres Geläutes eingeholt werden. Zur Zeit bildet sich eine Arbeitsgruppe Glocken, die aus Mitgliedern der Kirchgemeinde und der Stadt bestehen soll. Auch der Förderverein zum Erhalt der St. Marienkirche hat sich in seiner letzten öffentlichen   Sitzung klar für die Erneuerung des Vierergeläutes ausgesprochen.  Möge Gott unser Vorhaben segnen, damit viele Generationen erfahren   können, was Friedrich Schiller seinem Gedicht „Die Glocke“ einleitend vorangestellt hat.
Vivos voco: die Lebenden rufe ich | mortuos plango: die Toten beklage ich | fulgura frango: die Blitze breche ich (Ruf zum Gebet bei Unwetter und Krieg)

[Gemeindebrief August/ September 2015]

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