Liebe Gemeinde (Feb./März 2021)

    Liebe Leserinnen und Leser unseres Gemeindebriefes!

    2021 – ein denkwürdiges Jahr hat begonnen. Wir Marienberger feiern das 500. Jubiläum der Gründung unserer Stadt. Dafür ist allerhand geplant. Vorbereitungen sind getroffen, Termine verabredet. Am ersten Maiwochenende soll der Stadtgeburtstag traditionell mit einem würdigen Berggottesdienst begangen werden. Dieses außergewöhnliche Jubiläum ist selbst bei unserem Landesbischof Tobias Bilz für die Festpredigt in St. Marien im Kalender notiert.

    2021 – auch für die Ev.-Luth. Kirche insgesamt Anlass, auf 500 Jahre zurückzublicken. 1521 hat sich für die Entwicklung der Reformation ganz Wesentliches ereignet:

    Es begann damals gleich zu Beginn des Jahres, am 3. Januar, mit einem beängstigenden Paukenschlag. Papst Leo X. verkündete gegen Martin Luther den Bannfluch, nachdem dieser am 10. Dezember 1520 die Bannandrohungsbulle demonstrativ öffentlich verbrannt und auf die drohende Exkommunikation mit den Worten geantwortet hatte: „O Du allerunseligster Leo, es ist aus mit dem Römischen Stuhl. Gottes Zorn hat ihn überfallen.“ Der Bruch mit dem Katholizismus war damit endgültig vollzogen, die Reformation in Europa nicht mehr aufzuhalten.

    Nun war der störrische Wittenberger Mönch aus der Kirche amtlich ausgeschlossen, rechtlos. Mit Luther war es eigentlich aus. Einige Fürsten jedoch, die Sympathien für das reformatorische Gedankengut hegten, konnten den jungen Kaiser Karl V. davon überzeugen, Luther anzuhören. Sie hofften, dadurch den Einfluss des Papstes auf die Reichspolitik zu schwächen. So wird der Rebell auf den Reichstag nach Worms geladen und ihm freies Geleit zugesichert. Der Rückweg endete nach einem inszenierten Überfall bei Eisenach in einer Art Schutzverwahrung auf der Wartburg. 380 Tage sollen es am Ende werden, die er sich dort versteckt hält. Schon in den ersten Wochen übersetzt er das Neue Testament in ein gut verstehbares Deutsch – eine erste Grundlage für die allen zugängliche Heilige Schrift.

    Eine für alle lesbare Bibel befindet sich heute in jedem Haushalt Marienbergs, mindestens eine, möchte ich behaupten. Wir lesen darin gelegentlich, konzentrieren uns auf den einen oder anderen Vers, der uns trifft.

    Wie wäre es nun, wenn wir als Gemeinde gemeinsam ein paar Bücher der Bibel abschreiben. In diesem Jubiläumsjahr, noch dazu in einer Zeit, da wir uns womöglich nicht einmal zur Bibelwoche treffen können, bietet sich solch ein Projekt durchaus an – so glauben wir jedenfalls als ein Team, das die verschiedenen diesjährigen Jubiläumsveranstaltungen vorbereitet. Wenn jede Hausgemeinschaft (oder Einzelperson), die mit diesem Gemeindebrief das beiliegende leere Blatt mit dem Text der angegebenen Bibelstelle füllt, läge uns am Ende ein umfangreiches Manuskript vor, das wir zu einer stattlichen „Gemeindebibel – Marienberg 2021“ binden lassen könnten. Wir wollen den Versuch wagen und bitten Sie darum, das handschriftlich gefüllte Blatt bis Ostern ans Pfarramt zurückzugeben.

    Die Länge der einzelnen Abschnitte ist überschaubar. Wir haben uns entschieden, das A 4 – Hochformat zu  wählen. So bekommt das Buch mit Einband eine ansehnliche Größe. Meistens wird die Vorderseite genügend Platz bieten, ansonsten kann natürlich auch die Rückseite beschrieben werden. Die Gestaltung der Schrift (Größe, Anordnung, Hervorhebungen oder dergleichen) liegt ganz bei jedem selbst. Auch die Übersetzung, die Sie zugrunde legen möchten, ist allein Ihre Entscheidung. Beachten Sie aber bitte, dass wegen der Bindung links ein Rand von mindestens 2 cm eingehalten werden sollte. Darunter sollte auch deutlich der oder die Namen der Verfasser erscheinen. Natürlich nur, wenn Sie wollen – aber das hätte einen persönlichen Reiz.
    (Bibelstellen und Blätter sind als Beilage der Druckausgabe ausgegeben worden)

    Wir hoffen, dass Sie Freude und gute Gedanken bei dieser kleinen „Bibelarbeit“ zu Hause haben und freuen uns auf die Ergebnisse, die wir sehnlichst und in großer Zahl erwarten.

    Verbunden mit herzlichen Segenswünschen für dieses denkwürdige Jubiläumsjahr 2021 grüßt Sie

    Ihr Pfarrer Volkmar Freier