Schulanfänger

    Sehr geehrte Leser unserer Kirchgemeindenachrichten,

    auf dem Titelbild sehen wir unsere Schulanfänger nach ihrer Einsegnung  in unserer St. Marien Kirche.
    Für sie und ihre Eltern hat sich ein neues Zeitfenster geöffnet. Viele  Betrachter werden sich an den eigenen Schulanfang erinnern.Jahre sind vergangen, Ausbildung, Studium und Berufsalltag lassen die Erinnerung verblassen. Die Schulzeit war ja auch nicht nur unbeschwerte Zeit. Ich erinnere mich an manche verhauene Klassenarbeit und die Angst vor meinem strengen Vater, der unterschreiben musste. Aber auch an den Direktor meiner Schule, der uns öffentlich atakierte, weil wir zum Pfarrer in den Konfirmandenunterricht gingen und früh, bevor wir in die Schule gingen, noch im Pfarrhaus die Bibel lasen und beteten.
    Schön war, dass meine Schule am Heimatort war und ich nachmittags schnell zu Hause war. Ranzen in die Ecke, die Hausaufgaben können warten und los ging es mit dem Fahrrad zum Angelteich. Und Sport hat mir immer gefallen, wir hatten auch einen tollen Lehrer, der später auch mein Handballtrainer wurde. Die Schule stand in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Pfarrhaus. Dort war eine ganz andere Atmosphäre. Christenlehre mit einer Katechetin, die wie eine Mutter zu uns war und wunderbar Geschichten erzählen konnte. Auch unser Pfarrer, der uns half, die Bibel zu lesen und uns Mut machte, unseren Glauben auch in der Schule nicht zu verleugnen. Und wenn es sein musste suchte er auch die Auseinandersetzung mit dem damaligen Stasidirektor.
    Warum schreibe ich das alles? Erinnerungen sind es, die mich bewegen.
    Da haben es unsere Kinder heute einfacher. Doch Sorgen gibts auch heute genug, wenn zum Beispiel der Sohn oder die Tochter leistungsmäßig abhängen, oder alles andere im Kopf haben nur nicht die Schule.
    Ich hatte in meiner Schulzeit keinen Fernseher und keinen Computer, wir waren viel auf dem Bolzplatz oder im Wald. Heute lassen sich viele  Kinder kaum noch vom PC trennen und gehen morgens übermüdet in die Schule. Da sind wir als Eltern gefragt. Die Herausforderungen heute sind andere als damals. Deshalb möge der Segen Gottes, den ich auf die Kinder gelegt habe, auch die Eltern berühren und ihnen Klugheit und Liebe schenken mit ihren Kindern.
    Lassen wir uns nicht entmutigen und vertrauen dem Gott, der durch alle Zeiten und Neuanfänge hindurch uns nah ist und segnet.
    „Der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
    Er behütet dich vor allem Übel, er behütet deine Seele,
    deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“    Psalm 121

    Ihr Pfarrer Hadlich-Theml