Weihnachten 2012

    Liebe Gemeinde!

    Ist schon klar. Wir bleiben im Hintergrund. Was sich da eigentlich abspielt, ist uns verborgen. Die Könige dieser Welt zeigen uns ihren kalten Rücken. Man kann nur erahnen, dass sich da ein Staatsereignis ereignet – und wir versuchen den Großen über die Schulter zu schauen. Vergeblich.

    Ist schon klar. Wir bleiben da wieder einmal außen vor. Das Eigentliche entzieht sich unserer Wahrnehmung. Die Großen nehmen uns die Sicht. Wieder einmal haben sie sich in den Vordergrund gestellt. Im Rampenlicht präsentieren sie ihre großzügigen Gaben.

    Ist schon klar. Was uns hier verbaut ist, wird die Weltgeschichte umschreiben. Alles verändern. Umgestalten. Noch sind die Könige ganz stolz auf ihre mitgebrachten Geschenke. Bald werden sie erkennen, dass man Gott nicht bestechen kann. Noch rauben sie uns die Sicht für das eigentliche Geschehen, bald werden sie uns schwärmerisch davon erzählen.

    Ist schon klar. Wir stehen nur im Hintergrund. Nichts haben wir Gott zu bieten. Kein Geschenk. Keine kostbare Gabe. Überhaupt können wir im Scheinwerferlicht der Weltgeschichte nur erahnen, was sich da zur Weihnachtszeit abspielt.

    Ist schon klar. Wir haben keinen unmittelbaren Zugang zu dem, was sich da in Bethlehem vor reichlich 2000 Jahren ereignet haben soll. Wir sitzen nicht in der ersten Reihe. Doch das, was auch wir zu sehen bekommen, kann uns nur Respekt und Vertrauen im schönsten gelben Licht einleuchten lassen.

    Allein die Konturen der Königskronen, hinter denen wir stehen, erinnern uns daran: Wir stehen vielleicht nur in der zweiten Reihe. Aber wir sind dabei. Sonnenklar zur Winterzeit: „Heute ist Euch der Heiland geboren.“

    Eine aufmerksame Advents- und Weihnachtszeit und ein
    gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen

    Ihr Pfarrer Volkmar Freier