Liebe Leserinnen und Leser unseres Gemeindebriefes April-Mai 2022!

»Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?«

1.Kor 15,54-55

Liebe Gemeinde,

wir stehen vor den entscheidenden Tagen des Kirchenjahres, der Karwoche:

Zu Palmarum gedenken wir Jesu Einzug in Jerusalem, dann zu Gründonnerstag der Einsetzung des Abendmahls, am Karfreitag stirbt Jesus für uns am Kreuz. Der Karsamstag als stiller Tag steht ganz im Zeichen der Trauer und der Erinnerung daran, dass Jesus hinabgestiegen ist in das Reich des Todes. Und dann endlich bricht sich in der Osternacht und dem Ostermorgen der Auferstehungsjubel die Bahn: „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Der Tod ist besiegt, er hat nicht das letzte Wort. Am Ende stehen nicht das Dunkel, das Nichts und die Verzweiflung, sondern das Licht, die Fülle und der Jubel.

Das Letzte zu sein, das ist der Anspruch des Todes. Nach ihm kommt nichts mehr. Alles nimmt er auf, verschlingt es: Gutes und Böses, Freude und Leid, Gesundheit und Krankheit, Reiche sowie Arme. Mensch, Tier, Pflanzen, ja selbst die Erde und unser Sonnensystem, -alles verschlingt der Tod. Alles endet. Über allem was ist, steht eine Uhr, die abläuft. Nichts ist ewig, alles vergänglich und am Ende sperrt der Tod sein Maul auf und verschlingt es. Er macht keinen Unterschied. Er ist der Letzte.

Wie sehr wir uns auch dagegen wehren und nicht sterben wollen, alles daran setzten gesund zu bleiben, -wir können ihn nur hinauszögern. Am Ende kommt er trotzdem. Wie sehr wir Menschen ihm ausgeliefert sind, haben wir in den letzten zwei Jahren erlebt. Ein nicht sichtbares Virus hat unsere ganze Welt in Angst versetzt. Der Tod, den wir ansonsten gerne ausblenden und nicht wahrnehmen wollen, er war jeden Tag hörbar in Zahlen und sichtbar in Graphen, die jeden Tag neu im Fernsehen und in Zeitung abgedruckt wurden. „Heute wieder so und so viele Tote.“

In einer brutaleren Weise zeigt sich das Angesicht des Todes heute im Krieg in der Ukraine, wir sehen wie Menschen sterben und zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen werden. Der Tod,- er scheint nah und fern zu triumphieren.

Und in diese Zeit hinein feiern wir Ostern. Das Fest der Auferstehung. Denn Gott hat den Tod in Christus überwunden. Er hat ihn verschlungen. Der Tod, der sonst alles verschlingt, er hat sich an Jesus übernommen. Ihn, den Sohn Gottes, konnte er nicht festhalten, sondern musste ihn freilassen. Damit ist auch für uns, die wir an Jesus glauben, die Tür aufgetan. Wir werden mit ihm mitgezogen vom Tod ins Leben. Deshalb gilt es gerade in den Stürmen dieser Welt immer wieder Jesu Sieg auszurufen, zu besingen, ihm zu glauben.

Gott ist der Letzte, er steht am Ende meines Lebens und dieser Welt. Er spricht das letzte Wort. „Siehe ich mache alles neu.“ Offb. 21,5

Es grüßt Sie Ihr Pfarrer Friedemann Liebscher