Liebe Leserinnen und Leser unseres Gemeindebriefes August/September 2021!

    Kilian Heinß, Aileen Wagner, Constantin Schreiter, Mariella Herrmann, Moritz Engler, Mia-Lysann Schuster, Joshua Richter, Lennya Schneider, Niklas Seifert, Larissa Kaulfuß, Tamara Schreiter, Juli Richter, Finn Hielscher, Lina Sophie und Noa Luise Korenke (nicht im Bild: Leonie Böhm, Sky Dombrowski und Rocco Weißer) – das sind unsere Konfirmanden in diesem Jahr. Im September ist es nach der erzwungenen Terminverschiebung endlich so weit.

    Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ – sagt Christus seinen Freunden im Lukasevangelium, Kapitel 10, Vers 20.

    Also doch nicht nur Schall und Rauch – unsere Namen, austauschbar oder beliebig. Jedenfalls nicht für Gott. Ihm ist der persönliche Kontakt von großer Bedeutung. Und darum versuchen wir als seine Gemeinde entsprechend zu vermitteln – mit der Taufe und der Konfirmation.

    Zunächst wird jeder Name in einer Urkunde und im Kirchenbuch festgehalten, dazu Datum und Bibelspruch – damit ist die Handlung besiegelt. Nachdem bei der Konfirmation jede und jeder öffentlich erklärt hat, einverstanden zu sein, was Eltern, Paten, die Familie und die Gemeinde mit der Taufe einst gewollt und in die Wege geleitet haben.

    Im Laufe der Zeit kann man sich damit identifizieren und erkennbar machen, dass beides zusammengehört – Christus und die eigene Persönlichkeit. Was für ein Vertrauensvorschuss, die Gelegenheit zu bekommen hineinzuwachsen und sich entfalten zu können in dem, was andere einem zugetraut haben. Jedenfalls macht es sich gut, wenn nicht nur unsere Namen in irgendwelchen Karteien und Listen auftauchen, sondern wir darauf hin ansprechbar sind, vielleicht sogar mit unseren Überzeugungen und Argumenten dazu etwas sagen zu können.

    Es ist schließlich ein Privileg, einer Gemeinschaft anzugehören, die es nicht nur in unserer Region gibt, sondern weltweit; zu dieser Gemeinschaft, die es nicht nur in unserer Gegenwart gibt, sondern in beinahe unvorstellbare Vergangenheit reicht, und in eine erst recht unvorstellbare Zukunft; zu einer Gemeinschaft von Leuten, die sich nicht vereinnahmen lassen von Zeug, was gerade mal angesagt und chic ist, sondern Dinge und Stimmungen hinterfragt. Es ist eine Auszeichnung mit dem bekannt zu sein, der Weitblick und Draufsicht hat. Connection auf höchstem Niveau. Darum „freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“

    Im Himmel? Damit ist natürlich nicht der Weltraum gemeint, wie wir wissen, sondern das unsichtbare Reich Gottes, das uns umgibt. Der Botschafter aus dieser Sphäre ist kein Astronaut, der sich ein Bild von der Winzigkeit unserer Erde gemacht hat. Der Botschafter aus Gottes Reich ist Jesus Christus, der uns das Bild von der Größe des einzelnen Menschen gezeigt hat; ein Menschenbild, wie es sich Gott vorstellt. Indem sich der Einzelne nicht im galaktischen Nebel verliert, sondern in Gottes liebevollem Blick bleibt. Die Auferstehung Christi von den Toten nimmt uns alle Trägheit und Gravitation. Das nenne ich echte Freiheit – man könnte beinahe von Schwerelosigkeit reden. Darum „freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“

    Im Himmel, nicht im Weltall. Das ist schwarz und kalt und in seiner Weite erst wenig erforscht. Im Reich Gottes aber herrscht Licht, damit uns die Worte Christi einleuchten. Im Weltraum fehlt die Luft zum Atmen. Im Reich Gottes pulsiert das Leben, das niemanden ausschließt.

    Darum freut Euch, die Ihr in diesem Jahr konfirmiert werdet und Ihr, die Ihr es schon lange seid. Bei Gott seid ihr keine Nummern und keine Unbekannten, nicht X oder Y, nicht anonym oder statistische Größe. Bei Gott muss sich niemand erst einen Namen machen – ihm seid ihr bekannt.

    Schwerelose Sommerwochen und gelassene Vorfreude auf das, was im Herbst wieder auf der Tagesordnung steht, wünscht

    Ihr Pfarrer Volkmar Freier